Konstruktionshinweise

Nisthilfen für Uferschwalben und Eisvögel

Der Bau der Uferschwalben- und Eisvogelkästen muss gut vorbereitet werden.

 

Die fertigen Bauten sind nicht mehr transportabel. Alle Einzelteile müssen daher in der Werkstatt so weit vorbereitet werden, so dass man sie an Ort und Stelle nur noch zusammensetzen und verschrauben muss. Zuvor muss ein Fundament gegossen werden. Dessen Konstruktion ist geländeabhängig.

 

Unter Umständen sind dafür größere Erdbewegungen nötig. Der Bau muss für die jährlichen Wartungsarbeiten zugänglich bleiben. 

 

Zu den Vorbereitungen gehören auch Gespräche mit den Grundeigentümern und den Behörden, die die notwendigen Genehmigungen erteilen müssen: Untere Naturschutzbehörde, Wasserbehörden.

Material und Bauweise der Nistkästen für Uferschwalben und Eisvögel sind sehr ähnlich. Beim Uferschwalbenhaus sind sie ausführlich dargestellt; im Eisvogel-Abschnitt finden Sie nur die Angaben, die davon abweichen, d.h. vor allem die Maße der Bauteile. 


Das Uferschwalbenhaus

Die Nisthilfen für Uferschwalben werden seit 2008 erprobt, so dass inzwischen die Konstruktion verbessert werden konnte. Vor allem zeigte es sich, dass die Verwendung von Plastik-Bauteilen für die Vögel ungünstig ist. Hans Frölich modelliert jetzt die Einschlupfröhren aus Holzbeton (Gemisch aus 4 Teilen feuchtes Sägemehl, 3 Teilen Sand und 2 Teilen Zement) und montiert sie in einen langgestreckten Kasten aus Pressspanplatten (OSB-Platte). Die Röhre endet offen etwa 15 cm vor dem rückwärtigen Ende des Kastens. In diesen Freiraum sollen die Schwalben ihr Nest bauen. Dazu werden die Nesträume etwa zur Hälfte mit lehmigem Sand gefüllt, auch noch teilweise die Einschlupfröhren. Der Sand wird festgeklopft. Die Vögel sollen sich selbst ein wenig am Bau beteiligen, indem sie einen Teil des Materials hinausschaffen. 

Von diesen Niströhren muss man soviele vorbereiten, wie Einschlupflöcher am Uferschwalbenhaus vorgesehen sind. Frölich baut in jedes Haus auch zwei Nisthilfen für Eisvögel ein. Bisher wurden diese aber noch nicht bezogen.

Für das Foto wurde nach der Brutzeit eine beflogene Brutröhre ganz aus dem Haus herausgenommen. Die Röhren können auf der Rückseite geöffnet werden, um den Brutraum zu kontrollieren. Man sieht das mit Federn ausgepolsterte Nest. Die geöffnete Röhre liegt auf einer zweiten, die noch geschlossen ist.

Die Konstruktionspläne für die Uferschwalben-Niströhren liegen auch in den Donau-Iller-Werkstätten vor, Am Pfannenstiel 1, 89081 Ulm Jungingen, Tel. 0731/96640-20 (Herr Dehner). Man kann die Kästen dort bestellen. 

Konstruktionszeichnungen zum Abrufen

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Bild 1: Uferschwalben-Niströhre
Bild 2: Seitenansicht des Uferschwalbenhauses mit Fundament, Vorderansicht mit Einschlupflöchern, Innenkonstruktion mit             Niströhren
Bild 3: Ansicht von der Seite, von hinten mit dreiteiliger Rückwand und in Aufsicht mit Türanschlag.
Bild 4: Seitenansicht im Schnitt; der Schrägbalken dient zur Befestigung im Gelände.
Bild 5: Liste der Bau-Materialien; als Wandstützen werden Vierkanthölzer verwendet, Seiten und Dach sind PERI-Platten                 (wetterfeste Beton-Schalungsplatten, beschichtetes Holz).

 

 

Das Bild zeigt das erste im Gelände errichtete Uferschwalbenhaus. Es wurde gerade rechtzeitig zur Brutzeit fertig. Kaum waren die Uferschwalben da, war es schon bezogen! Alle 44 Höhlen wurden genutzt, viele sogar zweimal nacheinander. 

Es herrschte ein reges Hin und Her. Am Rauputz können sich die Schwalben festhalten und leicht in die Öffnung schlüpfen. Dahinter liegt der rund 40 cm lange Gang mit dem kleinen Brutraum am Ende. In diesem Uferschwalbenhaus wurden noch vier verschiedene Niströhren-Typen ausprobiert. Das sieht man auf dem nächsten Bild. 

Im Innenraum des Uferschwalbenhauses kann man trotz der Enge jede Brutröhre kontrollieren. Der Bruterfolg war in den verschiedenen Niströhren-Typen unterschiedlich. Die Plastikröhren erwiesen sich als ungeeignet, vermutlich ist das Innenklima zu feucht. Röhren und Nesträume aus Holzbeton oder Pressspanplatten sind erfolgversprechender. Nach der Brutsaison müssen die Nesträume gereinigt und neu mit Lehm-Sand-Gemisch ausgestopft werden.


Das Eisvogelhaus

Die Baumaterialien sind dieselben wie beim Uferschwalbenhaus, s.o. Leider liegen noch keine Erfahrungen mit der Konstruktion vor. Der harte Winter 2008/9 hat in unserer Region die Eisvogel- Bestände ausgedünnt, und die verbleibenden Vögel fanden wohl genug natürliche Brutmöglichkeiten. Aber Eisvögel vermehren sich schnell - vielleicht können wir diese Konstruktionspläne bald an der Realität messen.

Links ein fertiges Eisvogelhaus im Gelände; rechts der Nistkasten, vorn die Einschlupfröhre, hinten der Brutraum mit aufgeklappter Rückwand.

Konstruktionszeichnungen zum Abrufen

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Bild 1: Eisvogel-Niströhre
Bild 2: Maße der Bauteile
Bild 3: Plan der Aufstellung im Gelände


Hans Frölich, Tel. 07348 - 7609.